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Bilder von Ich und Ich am 03.06.11 in Ladenburg auf der Festwiese (Pop am Fluss)

Nach Udo Jürgens, Rosenstolz, Dieter Thomas Kuhn mit Band und PUR durfte sich Ladenburg auch 2011 wieder auf ein musikalisches Highlight freuen. Am 03. Juni 2011 präsentierten die Veranstalter DeMi Promotion aus Hirschberg und die Stadt Ladenburg im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Pop am Fluss“ das erfolgreich deutsche Pop-Duo „ICH + ICH“ live und Open-Air auf der Festwiese in Ladenburg.

Rund fünf Jahre nach ihrem Debütalbum setzte das Berliner Duo Ich + Ich eine weitere Zäsur in ihrem kontinuierlichen Produktionsprozess. Trotz stetiger Live-Präsenz lief die Sound- und Songarbeit seit der letzten Platte „Vom selben Stern“ im Sommer 2007 ohne Kunstpausen weiter. Die einzigartige Band-Konstellation von Ich + Ich machte es möglich.

„Da ich mich von Beginn an vom Tourbetrieb freigesprochen habe, konnte ich einfach weiter an den Songs arbeiten“, sagt Annette Humpe. „Mal abgesehen von meinen Aufgaben und Pflichten als Mutter.“ Sänger und Frontmann Adel Tawil ergänzt: „Unser drittes Album ist für mich eine Symbiose aus Live und Studio. Meine Stimme hat sich durch die vielen Auftritte weiterentwickelt. Sie ist rauer und ein Stück weit auch erwachsener geworden. Das haben wir in das Album mit eingebracht. Wenn auch unbewusst und ohne jede festgelegte Konzeption.“

Als Ich + Ich seinerzeit noch namens- und masterplanlos ihr musikalisches Projekt starteten, hätte wohl niemand – am wenigsten sie selbst – damit gerechnet, welche außerordentlichen Erfolge ihre „odd-couple-Formation“ einmal erzielen würde. Mit über 1,3 Millionen verkauften Tonträgern und drei Gold- bzw. Platin-Singles in direkter Folge, haben Ich + Ich mit „Vom selben Stern“ das erfolgreichste deutsche Popalbum der Jetztzeit produziert. Und das ohne großen Rummel oder gar medienträchtige Skandale und Skandälchen. Sie sind einfach nur Musik. „Dazu kommt sicherlich, dass Annettes emotionale Texte ein wirklich breites Publikum erreichen“, ergänzt Adel Tawil. „Und wie ich aus vielen Live-Begegnungen weiß, sind die Leute wirklich berührt. Das geht durch alle Gesellschaftsschichten. Von Teenies bis zu alten Ideal-Fans. Wir sind ja nie als Jugendkultur-Ding angetreten, das schwer progressiv und Avantgarde sein wollte. Wir waren und sind Pop. Und irgendwie hat diese Formel ein nachhaltiges Publikum gefunden.“

12 Songs hatten sich schließlich aus diesem Arbeitsprozess für die finale Version von „Gute Reise“ herauskristallisiert. „Im Studio entstand mit Adel Tawil daraus ein lebendiges Gebilde. Mal sitzt die ursprüngliche Variante nach wenigen Takes. Mal ringen wir um jede Strophe.“ Die von Adel Tawil angesprochenen Live-Erfahrungen äußern sich in sorgfältig reduzierten Episoden. Lebens- und Liebes-Erfahrungen sind auf diese Weise in dichten (Sound)Bildern verwoben. Vom eher opulenten „Es tut mir leid“ bis zur verhaltenen Slow-Waltz-Variante „Alleine Tanzen“ haben Ich + Ich sehr sorgfältig auf Feinheiten geachtet, ohne in einen angeberischen Manierismus zu verfallen. „Natürlich sind wir akribische Arbeiter, das ist ja bekannt“, betont Annette. „Aber dabei haben wir stets die Pop-Komponente im Sinn.“ Augenfällig (weil aus dem „flow“ fallend) sind die beiden Songs „Danke“ und „Die Lebenden und die Toten“, in denen Annette Humpe das Mikrophon übernimmt. Mal abgesehen von der jugendlichen Frische und Unbekümmertheit, die ihre Stimme ausstrahlt, ist es die Themenwahl, die aus dem Ich + Ich-Sujet herausragt: „Danke“ ist eine fast schon euphorische Hymne an die sprichwörtlichen kleinen Leute, die täglich ihren beschwerlichen Job schieben. Krankenschwestern, Müllmänner, TaxifahrerInnen… „Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen“, sagt Annette Humpe zu ihrer Version der „Fanfare to the common man.“

Es ist wohl eine Konzeption der größtmöglichen Freiheit innerhalb einer festen Formation, die Ich + Ich so herausragend machen. Adel Tawil sagt, er sei „100% Ich + Ich“ und hatte gleichzeitig mit Cassandra Steen („Stadt“) einen Nummer-Zwei-Dauerhit in den deutschen Charts. 2007 konnte er gemeinsam mit Rapper Azad im „Prison Break“-Titelsong sogar Platz Eins erringen. „Das sind mehr oder weniger Zufallstreffer“, wiegelt er ab, „entstanden aus der Zusammenarbeit mit Musikern, die ich schätze. Als diese schließlich so abgegangen sind, war ich längst wieder mit Ich + Ich auf Tour.“ Wenn Annette eher nebenbei erzählt, dass sie wiederum ein Jazzalbum auf einem spezialisierten Indielabel veröffentlicht hat, merkt man einmal mehr, dass hier wahre MusikerInnen sprechen. Die sich zwar POP auf die Fahnen geschrieben haben, aber auf die Untiefen und den überkommenen Lebens- und Verhaltensstil althergebrachter Popstars getrost verzichten können.

Mit ihrem dritten Album „Gute Reise“ schossen Ich + Ich unmittelbar nach der Marktfreigabe im November 2009 an die Spitze der nationalen Charts. Wegbereiter dafür war die spektakuläre Vorab-Auskopplung „Pflaster“, die kurz zuvor schon Platz Nummer 1 der deutschen Top 100 belegte.

Quelle: Ladenburg.de









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